| Name | Trümmelbachfälle |
| Kaskadenhöhe | 140 m |
| Koordinaten | 2 636560 1 157594 |
| Kopfzone | – |
| Fallzone | einfach freifallend |
| Prallzone | – |
| Gewässername | Trümmelbach |
| Einzugsgebietsgrösse | 23,3 km2 |
| Gemeinde | Lauterbrunnen |
Die Trümmelbachfälle
In der engen Klamm des Trümmelbaches folgen einander auf 140 Höhenmetern zehn Wasserfälle. Kaum ein Licht fällt von oben in diese sehr enge, durch die extreme Erosionskraft des frachtstoffreichen Schmelzwassers geformte Schlucht, sodass die Trümmelbachfälle als unterirdische Wasserfälle bezeichnet werden. Der Trümmelbach entspringt den Gletschern der Eigerostwand, der Mönchnordostwand und der Jungfraunordwand und transportiert jährlich 20 000 Tonnen Geschiebe. Diese enormen Geschiebemengen tragen durch Tiefenerosion wesentlich zur Schluchtbildung bei. Zwischen Dezember und März und nach Frostnächten im Sommerhalbjahr fliesst nur ein Rinnsal durch die Schlucht. Während der Schneeschmelze (April bis Juni), der Gletscherschmelze (Juni bis September) sowie nach Landregen und Gewittern können bis zu 20 m3/s durch die Felsen donnern, und der Trümmelbach wird zum Fluss. Die Fälle zählen zum Unesco-Weltnaturerbe des Gebietes Jungfrau–Aletsch–Bietschhorn und sind im schweizerischen Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung.
Die Erschliessung
Die untersten Fälle wurden zwischen 1877 und 1886 mit Treppen und Brücken zugänglich gemacht. Der Tunnellift, eine Standseilbahn mit Gegengewicht, wurde 1913 gebaut, gleichzeitig mit dem Zugang zu den oberen drei Fällen. Die oberste Tunneltreppe mit Galerie und Aussichtsstollen wurde 1986 fertiggestellt. Im Winter 1990 wurde der untere mit dem oberen Teil der Schlucht verbunden. Seither ist die Trümmelbachschlucht auf 600 Metern begehbar, zehn Fälle sind erschlossen, und der Höhenunterschied vom untersten zum obersten Fall beträgt 140 Meter.
Die Entstehung
Vor 500 000 Jahren begannen die Gletscher der Eiszeiten die heutigen Täler auszuheben und einen grossen Teil des älteren Schutts wegzuräumen. Die blanken Felswände des Lauterbrunnentales verraten die erosive Kraft des Eises, das einst das Tal bis zum Rand gefüllt hatte. Während die meisten Wasserfälle frei über die vom Eis gehobelten Felswände stürzen, hat der Trümmelbach angefangen, sich in den Fels zu bohren, als das Tal noch mit Eis gefüllt war. Die seitlichen Schmelzwasser des Gletschers haben eine Gletschermühle in Gang gesetzt, die während eines guten Teils der letzten Eiszeit funktioniert haben muss und durch einen Glücksfall nicht von Moränenschutt verstopft wurde. Durch dieses Gletschermühlenloch haben die oberflächlichen Schmelzwasser ihren Weg bis an die Gletschersohle gefunden und sind dann, etwa bei Lauterbrunnen, unter dem Gletschereis hervorgestrudelt. So donnert der Trümmelbach seit etwa 15 000 bis 20 000 Jahren durch den Fels als ein Zeuge der letzten Eiszeit.