| Name | Geltenschuss |
| Höhe | 100 m |
| Koordinaten | 2 592238 1 135828 |
| Kopfzone | übergangslos |
| Fallzone | einfach freifallend |
| Prallzone | Schuttkegel |
| Gewässername | Geltenbach |
| Einzugsgebietsgrösse | 10,1 km2 |
| Gemeinde | Lauenen |
Der Geltenschuss als Wegmarke für den Schweizer Naturschutz
Die 1950er Jahre waren die Zeit des Totalausbaus der alpinen Wasserkraftnutzung. Die Energieknappheit der Kriegsjahre reichte als Begründung dafür, diese Ressourcen vollständig und ohne Rücksicht auf die Landschaft zu erschliessen. Allein zwischen 1942 und 1954 hatte die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) 76 Wasserkraftwerkprojekte zu begutachten, und einem grossen Teil dieser Vorhaben wurde vorbehaltlos zugestimmt. Auch für ein schon damals eingereichtes Projekt auf der Greina hatte sie ihre Einwilligung gegeben.
Öfter mit Kraftwerkbauten beschäftigt war auch der 1954 gegründete NVB, der Naturschutzverein des Kantons Bern. Um jeweils das Beste für ihre Anliegen herauszuholen, setzte man auf Kooperation mit den Bauherren. Dennoch gab es in einem Fall auch für moderate Naturschützer keine Kompromisse: Als eine Kraftwerkgesellschaft plante, das Wasser des Geltenschusses in ein Kraftwerk abzuleiten, war der NVB von Anfang an im gegnerischen Komitee aktiv. Diese Naturschönheit und touristische Attraktion wollten auch die Bewohner der betroffenen Gemeinde Lauenen trotz verlockender Wasserzinse nicht preisgeben. Als der Regierungsrat das Projekt im Dezember 1956 abgelehnt hatte, läuteten in Lauenen die Kirchenglocken, und der NVB konnte einen ermutigenden Erfolg verbuchen. Der Naturschutzverein des Kantons Bern trat 1969 als Sektion dem Schweizerischen Bund für Naturschutz bei und nennt sich heute bernische Sektion von Pro Natura.
Schon bei der Anfahrt zum Lauenensee erblickt man unterhalb des Wildhorns den Kalkriegel, der das Lauenental von der Inneren Gelten trennt und über den das Wasser des Geltenbaches während der Schneeschmelze und in den Sommermonaten als mächtiger Strahl exakt 100 m ins Tal fällt. Der Geltenschuss ist aber nur einer von vielen Wasserfällen, die sich in der Bergwelt hinter dem Lauenensee verstecken.