Der letzte Fall 
Als der britische Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle 1891 das Haslital und die Reichenbachfälle besuchte, kam ihm beim Anblick des imposanten Wasserfalls der Gedanke, diesen eindrücklichen Ort für das spektakuläre Ende seines Romanhelden als Kulisse zu verwenden: Seit Sherlock Holmes trotz minutiöser Planung die Festnahme des sehr raffiniert operierenden Verbrechers Professor Moriarty misslang, wurde Holmes ständig verfolgt. Moriarty wollte sich am Meisterdetektiv Holmes für seinen Ruin um jeden Preis rächen. Am Reichenbachfall in Meiringen endete diese Verfolgungsjagd. Sherlock Holmes und sein ständiger Begleiter, Dr. Watson, stiegen zum Wasserfall hoch, wo Dr. Watson unter einem undurchsichtigen Vorwand wieder nach Meiringen zurückgerufen wurde. Professor Moriarty sah endlich die lang ersehnte Gelegenheit sich zu rächen, und versuchte Sherlock Holmes in den tosenden Wasserfall zu stossen. Offenbar stürzten die beiden ebenbürtigen Gegner nach einem intensiven Zweikampf zusammen in die Tiefe. Dr. Watson, der im Tal der Täuschung gewahr wurde und eilends wieder zum Wasserfall hochstieg, fand an einem Felsen angelehnt Holmes’ Wanderstock und am Rande der Felswand seine Zigarettendose sowie drei Seiten aus seinem Notizbuch. Von den beiden Rivalen fehlte jede Spur.

Die Reichenbachfälle bestehen aus sieben Stufen. Die unterste Stufe ist von der Talstation der Reichenbachfall-Bahn aus zugänglich. Die mittleren Stufen können während der Fahrt mit der Standseilbahn kurz gesehen werden. Bei der Bergstation erreicht man den obersten, grossen Reichenbachfall. Ein weisser Stern in der Felswand neben dem grossen Reichenbachfall kennzeichnet die Stelle, wo Sherlock Holmes und Professor Moriarty ihren Zweikampf austrugen und abstürzten. In Meiringen empfiehlt sich interessierten Besuchern das Sherlock Holmes Museum in der alten Englischen Kirche am Conan Doyle Place. Das Sherlock-Holmes-Denkmal unmittelbar vor der Kirche verbirgt 60 Hinweise und Motive zu den 60 Sherlock-Holmes-Geschichten.